Mittwoch, 14. September 2011
Der Countdown läuft...
Wenn ich bedenke, dass ich zuletzt vor 5 Jahren in Tansania war, dann kommt mir die Zeitspanne sehr lang vor. Dennoch habe ich viele Bilder und Situationen von damals noch sehr präsent, was ein Beweis dafür ist, dass eine solche Unternehmung eine sehr intensive ist, an die man sich noch lange sehr lebhaft erinnert. Auch diesmal wird es sicher so kommen. Erzählungen zufolge hat sich Dar sehr verändert - darauf bin ich gespannt: zu sehen, wie sich eine Stadt entwickelt, wie sich ein Land entwickelt, in welche Richtung diese Entwicklung geht. Monika Strocka hat den wirklich guten und richtigen Satz geprägt, der als Zusammenfassung die soziale Situation vor Ort vor 5 Jahren im Kern traf: "Viel Armut, kein Elend!" Ich hoffe, weniger Armut zu sehen - ohne dafür aber Elend in Kauf nehmen zu müssen. Das wäre eine wirklich gute Entwicklung. Um das Bild genauer klären zu können, bedarf es natürllich intensiver Gespräche vor Ort, auf die ich mich wirklich sehr freue. Die Offenheit und Herzlichkeit der Afrikaner macht einem den Kontakt sehr leicht und lässt alle Unterschiede schnell vergessen. "Sich auf Augenhöhe zu begegnen", wie es hier auch schon so schön heißt, das wird bestimmt möglich sein und es wird v. a. von uns abhängen, uns einzulassen.
Natürlich freue ich mich auch auf das "touristische Beiprogramm" - aber es ist eben doch der Nebenschauplatz: Die Tiere, der Himmel, die unendliche Weite, das türkisfarbene Meer, die vielen Farben udn Gerüche. Für mich ist das sicher leichter zu akzeptieren, es ist schließlich meine dritte Tansania-Reise. "Ich hatte eine Farm in Afrika..." - in Anlehnung an Tania Blixen (oder Meryl Streep!) - das ist schon das Traumbild, welches wir von Afrika haben...
Viel gespannter bin ich auf die jungen Menschen vor Ort, wie diese die Situation verarbeiten, wie sie darauf reagieren. Wir hatten vor 5 Jahren ja nur 3 Schüler dabei, es war auch nur eine Art "Vor- und Erkundungsexkursion", die aufgrund der Rahmenbedingnungen recht turbulent war, da wir das "Programm" immer umstellen mussten. Wir hatten aber schon recht bald das tansanische "pole pole" verinnerlicht - zum Glück! Die 3 Schüler damals reagierten alle komplett unterschiedlich auf Afrika. Das ist nun die größte "Wundertüte" für mich - und gleichzeitig ein kleiner Feldversuch bezüglich sozialer Kompatibilität. Spannend allemal!

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